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Mitsubishi HC 7000 "Dynamic Edition"

Es ist möglich: Mehr Licht und mehr Kontrast für noch mehr Plastizität ohne Kompromisse.

 

In unserem ausführlichen Referenz-Test haben wir es auf den Punkt gebracht: Der neue HC7000 aus dem Hause Mitsubishi ist nicht die "eierlegende Wollmilchsau" für jeden Einsatzzweck, sondern ein konsequent auf die kontrastreiche Filmwiedergabe optimierter Projektor für lichtkontrollierte Heimkinos. Dies zeigen seine zahlreichen technischen Neurungen und Verbesserungen, die gegenüber den Vorgängern einen gesteigerten nativen Kontrast und mehr Dynamikspielraum bieten.



All diese Maßnahmen verleihen dem HC7000 mit das plastischte Bild unter allen "Next Generation"-LCDs diesen Jahres. Und trotz der sehr guten Ergebnisse stören sich viele Heimkinofans an einem Kompromiss, den die Ingenieuere zu Gunsten des Kontrastes eingegangen sind: Maximale Lichtleistung. Mit maximal ca. 400 Lumen Lichtausbeute nach der Farbkalibrierung ist der Projektor zwar alles andere als dunkel und für Bildbreiten bis knapp 3m durchaus geeignet, doch fehlt ihm ein lichtstarker und anwendungsorientierter "Lichtmodus". Selbst im viel zu grünlichen HiBright-Modus erreicht der Projektor nicht die Lichtleistung, die z.B. so manch anderer Projektor farbkalibriert "netto" bietet. Dieser Umstand macht den HC7000 daher nur für absolute Filmenthusiasten mit abgedunkelten Heimkinos attraktiv.


Aus diesem Grunde haben wir die Konstruktion des Beamers genau unter die Lupe genommen und im Rahmen unserer zahlreichen Tuning-Projekte nach Verbesserungspotenzial geforscht. Unser Hauptziel war es dabei, die limitierte Lichtleistung des Projektors zu steigern, OHNE dabei Einbußen im Kontrast oder Dynamikumfang einzugehen. Gerade wenn der HC7000 seine hohe Bildplastizität mit mehr Helligkeit kombinieren kann, kann er sein Referenz-Niveau in Sachen Filmwiedergabe weiter steigern. Es soll der "HC7000 Dynamic Edition" entstehen...

 

1. HC7000 Dynamic Edition, Messergebnisse

Für alle Ungeduldigen nehmen wir die Ergebnisse unseres Dynamic-Tunings vorweg. Unsere Ziele haben wir mehr als erfüllt. Mit eine Lichtsteigerung von ca. 35%, erhöhtem nativen Kontrast und gesteigertem Dynamikumfang bietet der HC7000 nicht nur mehr Licht, sondern tatsächlich auch eine weiter verbesserte Bildplastizität.


HC7000 "Dynamic Edition"

Lichtleistung farbkalibriert (netto):
bis 610 Lumen(!)
(Durchschnittlich ca. +35%)

Kontrast nativ:
2100:1 bis 3100:1
(Durchschnittlich ca. +15%)

Kontrast dynamisch farbkalibriert (netto):
8000:1 bis 40,000:1
(Durchschnittlich ca. +30%)


Nach unserem Tuning zeigt die Bildwiedergabe des HC7000 so gut wie keine Kompromisse mehr: Der Schwarzwert ist nach wie vor hervorragend, die Bildhelligkeit macht Tageslichtszenen nun glaubwürdig strahlend und der hohe native Kontrast sorgt für einen ansprechenden InBild-Kontrast. Die letzte Lücke, die ein herkömmlicher HC7000 in der Bilddarstellung noch aufwies, ist mit dem "HC7000 Dynamic" nun geschlossen.



Farbtemperatur und Gamma werden beim
Tuning genau kalibriert


Wie war es möglich, noch mehr Lichtreserven zu mobilisieren, ohne Einbußen in der Bildplastitizität einzugehen? Für alle technisch Interessierten geben wir an dieser Stelle weitere Details:

 


2. Das Dynamic-Tuning im Detail

Vor jeder Modifikation steht natürlich eine Bestandsaufnahme des "Ist-Zustandes", sprich des herkömmlichen HC7000. Wie bereits erwähnt, wurden in ihm drei kontraststeigernde Maßnahmen parallel geschaltet. Analysieren wir diese drei Techniken im Detail:



2.1 Zusätzliche Kontrast-Polfilter hinter den LCDs

Alle FullHD-3LCD-Beamer neuester Generation haben sogenannte "Contrast Plates" verbaut. Sie filtern Streulicht, das sich durch Toleranzen durch die eigentlichen LCDs "hindurchschummelt" und so den Schwarzwert und den nativen Kontrast beeinträchtigt. Diese Maßnahme macht den größten Sprung in Sachen Bildplastizität aus und ist als eine Art Durchbruch im nativen LCD-Kontrast anzusehen. Der Schwarzwert wird dunkler, der Inbild-Kontrast steigt. Doch wie jede Maßnahme zur Reduktion des Streulichtes kostet der Prozess ein wenig Licht. Der Tausch ist aber an dieser Stelle mehr als gerechtfertigt und daher nicht verbesserungsfähig. Hier bietet sich kein Ansatz für ein Tuning.



2.2 Weiter schließende dynamische Blende zur Verbesserung des Schwarzwertes

Den erhöhten nativen Kontrast durch die Contrast-Plates haben die Ingenieure dafür genutzt, die adaptive Blende des HC7000 in Form und Ansteuerung neu zu gestalten. Während die Variante des HC6000 im geschlossenen Zustand noch einen relativ großen Lichtspalt aufwies, durch den ein breit gestreuter Lichtkegel gelangte, hat man in der neuen Version diesen Spalt nun fast geschlossen und stattdessen nur zwei kleine Öffnungen in den Flügeln belassen, die in ihrer Form einem Diamanten gleichen:



Dieser "Diamond Cut" hat eine besondere Wirkung: Durch die Bündelung des Lichtes durch eine minimale Öffnung wird der Lichtkegel zu Beginn des Lichtweges wesentlich enger und breitet sich in den zahlreichen Kanälen dementsprechend schmaler aus. Es entstehen weniger "Querschläger", die Streulicht provozieren und Schwarzwert und InBild-Kontrast beeinträchtigen. Auch die überarbeitete Blende dient also dazu, Streulicht zu vermindern und somit den Schwarzwert und den nativen Kontrast zu fördern. Zudem ist die Blende in ihrer Arbeitsweise durch zahlreiche Modi vom Anwender steuerbar, von wenig bis stark aggressiv. Da die neue Blende auch keine störende Nebeneffekte wie Bildpumpen provoziert, ist sie ebenfalls als gelungen anzusehen und bietet kein Verbesserungspotenzial. Dies bringt uns zur driiten Kontraststeigernden Maßnahme des HC7000:



2.3 Streulichtblende in der Optik (Nach Cine4Home-Vorbild)

Regelmäßge Leser von Cine4Home werden sich gut erinnern: Die statische Streulichtblende in der Optik haben wir vor gut zwei Jahren entwickelt, um den nativen Kontrast des "HC5000 Ultra Edition" signifikant zu steigern. Damals war der Hauptkritikpunkt der nicht perfekte Schwarzwert und ein störendes Helligkeitspumpen der langsam arbeitenden adaptiven Blende. Mit Hilfe der statischen Iris in der Optik gelang es uns damals, störendes Streulicht im Brennpunkt zu filtern und so den nativen Kontrast, den Schrwazwert und die Bildplastizität zu steigern. Allerdings bewirkte eine solche statische Blende auch einen Lichtverlust von ca. 25%, was aber im Falle des HC5000 ein gut einzugehender Kompromiss war, da die Vorteile in der Bilddarstellung sehr überwiegten und das Helligkeitspumpen der (damals noch nicht in Echtzeit arbeitenden) Blende minimiert wurde. Gerade in dunklen Bildszenen sah man den Unterschied deutlich, da der Schwarzwert seinen störenden Grauschleier verlor. Die Maßnahme überzeugte auch Mitsubishi: Im Nachfolgemodell HC6000 fand die Streulichtblende Einzug in die Serie und sorgte in diesem Modell für ähnliche, bildverbessernde Ergebnisse.



Streulichtblende in der Optik


Doch wie sieht es nun im HC7000 aus? Ein Blick in die Optik zeigte uns bei der Analyse, dass die statische Streulicht-Iris im HC7000 unverändert von den Vorgängern übernommen wurde. Sie soll also auch hier Streulicht aus dem Lichtweg filtern und so den Schwarzwert und den nativen Kontrast verbessern. Doch die Ausgangsbasis ist bei dem neuen Beamer eine grundlegend andere: Während ein HC5000 / 6000 noch mit einem "echten" nativen Kontrast von nur 700:1 nach Farbkalibrierung auskommen musste, haben die Contrast-Plates diesen beim HC7000 bereits durch Streulichtoptimierung auf rund 2000:1 gesteigert. Gerade in mittelhellen und dunklen Szenen entsteht so schon nicht mehr so viel Streulicht, das in der Optik überhaupt noch abgefangen werden kann. Durch die verbesserten Polfilter verliert die Streulichtblende in der Optik folgerichtig einen Teil ihrer potentiellen Effektivität. Zu den Polfiltern kommt jetzt noch die überarbeitete dynamische Blende, die zusätzlich Streulicht, wie oben erläutert, aus dem Lichtweg fernhält. Auch sie erhöht den nativen Kontrast dunkler Szenen und beeinträchtigt das Potenzial der Iris in der Optik:

Das Fazit ist also einfach: Wo kein Streulicht mehr in die Optik gelangt, weil es schon an anderen Stellen im Lichtweg effektiv herausgefiltert wird (Contrast Plates, neue adaptive Blende), kann auch eine statische Iris nicht mehr viel aus dem Lichtweg heraus filtern. Dies gilt insbesondere für dunkle Szenen mit hohem Schrwarzanteil. Doch was passiert in hellen Szenen mit niedrigem Schwarzanteil? Hier ist die statische Blende ebenfalls im Lichtweg und reduziert den Lichtstrom um ca. 30%. Da die zusätzlichen Contrast-Plates aber die maximale Helligkeit ebenfalls beeinträchtigen, erscheint dieser zusätzliche Lichtverlust etwas überdimensioniert. Es könnte sein, dass die feste Blende mehr Kompromisse bewirkt, als sie Vorteile bringt. Diesen Gedankenansatz haben wir als Grundlage für unsere Tuning-Maßnahme gelegt:


In der folgenden Entwicklung haben wir die Blende in der Optik überarbeitet, so dass sie nicht mehr diesen großen Lichtverlust bewirkt. Tatsächlich ist sie der Hauptgrund für die nur durchschnittliche Lichtausbeute. Nach der Überarbeitung bietet ein HC7000 tatsächlich ca. 35%(!!) mehr Lichtleistung, unser erstes Etappenziel ist damit erreicht, doch nicht ohne Einbußen:

Da die Iris das Bild zusätzlich verdunkelt hat und wir diese Verdunkelung "rückgängig" gemacht haben, wird auch der Schwarzwert 35% heller. Zudem war die Iris in ihrer kleinen Form durchaus nicht so uneffektiv wie wir zunächst gedacht haben: Neben dem Lichtverlust hat sie es immernoch geschafft, den nativen Kontrast um ca. 18% zu steigern. Hellerer Schwarzwert und weniger nativer Kontrast, das macht sich in dunklen Szenen bemerkbar. Wir sind noch nicht am Tuning-Ziel, es muss eine weitere Maßnahme her, um das volle Bildpotenzial ohne Kompromisse auszuschöpfen....

In der Folge konzentrieren wir uns also nicht auf die Maßnahmen, die man schon ab Werk zur Kontraststeigerung eingesetzt hat, sondern auf die Maßnahmen, die man eventuell vernachlässigt hat. Schnell werden wir fündig: Als einem der wenigen Modelle am Markt hat man dem HC7000 keinen Farbfilter spendiert, das die nativ viel zu kühle Farbtemperatur der UHP-Lampe optisch auf die von der Videonorm erforderlichen 6500K (D65) filtert und dabei den Schwarzwert verbessert und den vollen nativen Kontrastumfang des Beamers nutzt. Wir schauen in die Messergebnisse unseres Tests und stellen fest: Im "Hi Bright" Modus verfügt der Projektor ab Werk über ein natives Kontrastverhältnis von 3400:1. Mit unserer überarbeiteten Optik-Iris sind es immernoch bis zu 3000:1. Hier haben wir ungenutzte Reserven, die wir zur vierten Kontraststeigernden Maßnahme ausnutzen:



2.4 Farbfilter, made by C4H

Nach guter alter C4H-Tuning-Tradition ermitteln wir individuell für den Projektor den Farbfilter, der das native Lampenspektrum der UHP-Lichtquelle durch optischen Ausgleich auf die D65-Farbtemperatur anpasst. Durch eine Umprogrammierung per RS232-Schnittstelle und eine nachträgliche Kalibrierung im Bildmenü gelingt es uns somit, bei perfekter Farbtemperatur das volle Kontrastpotenzial des Beamers zu nutzen und gleichzeitig den Schwarzwert zu verbessern.



Bei dem Farbfilter handelt es sich um eine Spezialanfertigung,
die passgenau auf das Objektiv gesteckt wird


Je nach Zoom bleiben somit 2100:1 bis 3000:1 nativer Kontrast bei richtigen Farben(!) übrig. Wir haben den Kontrast durch die Überarbeitung der Iris somit nicht nur ausgeglichen, sondern tatsächlich auch eine Steigerung erzielt. Zudem bewirkt der Fabfilter zusätzlich eine Steigerung des dynamischen Kontrastes auf sage und schreibe bis zu 40,000:1. Das Schöne dabei ist, dass durch die erhöhten Lichtreserven auch bei aggressiver Blende das Bild nicht zu sehr gedimmt wirkt, so dass auch der Auto1 Modus zu sehr plastischen Ergebnissen führt.


Gemessener Kontrast und Lichtmenge,
Mitsubishi HC7000 Dynamic

Adaptive Blende

Lumen
Eco-Modus

Lumen
Hi-Modus

Kontrast

Auto1

465

610

40000:1

Auto 2

"

"

32000:1

Auto 3

"

"

31000:1

Auto 4

"

"

10000:1

Auto 5

"

"

7500:1

Aus

"

"

2000:1
-
3000:1

 

Wer dennoch einen der weniger aggressiven Blenden-Modi bevorzugt, profitiert noch mehr: Mit dem Tuning gelingt es dem HC7000 Dynamic Edition auch mit den schwächeren Blenden-Modi Kontrastwerte im guten 5-stelligen Bereich zu erzielen und so Schwarzwert und Bildplastizität sichtbar zu steigern. Verbunden mit mehr Lichtleistung erreicht der HC7000 Dynamic nun gleichsam den gleichen oder mehr Kontrast in den "schwachen" Modi, als ein herkömmlciher HC7000 in den "aggressiven" Modi.

 


3. Fazit

Im Ergebnis kommt jeder Heimkinofan nun auf seine Kosten. Mit bis zu über 600Lumen (farbkalibriert) gehört der HC7000 Dynamic deutlich zu den helleren seiner Gattung und trifft den Geschmack derjenigen, die gerne eine glaubwürdig strahlende Darstellung von Tageslichtszenen mögen. Gleichzeitig behält er seinen nativen Kontrast bei (dieser ist sogar leicht gesteigert) und nutzt das volle Dynamikpotenzial der Blende noch weiter aus. Auch in dunklen und mittelhellen Szenen profitiert so die Plastizität, der HC7000 Dynamic kann seine Stärken in diesen Domänen sogar noch weiter ausbauen.


Durch relativ kleine Tuning-Maßnahmen gelingt es so, eine perfekt ausgewogene Bildkomposition zu erzielen, die nach jetzigem Stand der LCD-Technik kaum noch Wünsche offen lässt. Wir empfehlen Ihnen, die Ergebnisse im direkten Vergleich auch zu höherpreisigen Geräten anderer Techniken zu vergleichen, Sie werden garantiert mehr als überrascht sein...


HC7000 "Dynamic Edition"

Lichtleistung farbkalibriert (netto):
bis 610 Lumen(!)
(Durchschnittlich ca. +35%)

Kontrast nativ:
2100:1 bis 3100:1
(Durchschnittlich ca. +15%)

Kontrast dynamisch farbkalibriert (netto):
8000:1 bis 40,000:1
(Durchschnittlich ca. +30%)



Abschließend noch ein paar Worte zur Garantie: Durch unsere jahrelange Zusammenarbeit und regelmäßigen Erfahrungsaustausch mit dem Hersteller Mitsubishi, ist dieser über die Modifikation informiert. In Garantieabwicklungen sind keine Probleme zu erwarten. Und auch formal rechtlich beeinträchtigen zusätzliche Tuning-Maßnahmen wie die oben beschriebene die Garantie nicht, da sie keine technischen Defekte provozieren können. 
 

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