Wie in unserem besonders ausführlichen Test herausgestellt, handelt es sich beim Panasonic PT-AE3000 um einen der vielseitigsten Heimkinobeamer am Markt. Je nach Bedarf stellt er ein sehr kontrastreiches Bild mit gutem Schwarzwert und kräftigen Farben dar, oder ein helles Bild mit genauen Farben (nach Kalibrierung) oder ein sehr helles Bild mit hohem Kontrast (aber wenig genauen Farben). Für jeden Geschmack und Nutzen ist ein passendes Preset dabei.
Doch bei Cine4Home sind wir stets darum bemüht, einen Projektor an die maximal möglichen Qualitätsgrenzen zu bringen. Aus diesem Grund untersuchen wir jedes Modell akribisch nach Verbesserungspotenzial und schöpfen dieses, wenn sinnvoll, nachträglich aus. Bei einem so ausgereiften Modell wie dem PT-AE3000 ist dies nicht leicht und dennoch ist uns ein signifikanter Schritt in Richtung flexiblen Einsatz gelungen:
Die Lücke, die das Gerät ab Werk in der Bilddarstellung noch zeigt, ist die Kombination aus hervorragendem Schwarzwert, hoher Helligkeit und maximalem Kontrast. So bieten die Werks-Cinema Modi einen guten Kontrast, tolle Farben und einen guten Schwarzwert, sind aber nicht strahlend hell. Beim Normal-Modus verhält es sich umgekehrt, er ist sehr hell, doch Schwarzwert und Kontrast sind ebenfalls nicht auf Maximal-Niveau. Der Dynamik-Modus hingegen ist extrem hell und hat einen Kontrast auf Referenz-Level, dafür ist die Farbdarstellung ungenau.
Unser Ziel des diesjährigen Tuning-Projektes war es also, die hohe Helligkeit des Normal-Modus mit dem hervorragendem Kontrast des Dynamik-Modus und den genauen Farben des Color1-Modus zu kombinieren, ohne im Schwarzwert Einbußen einzugehen. Technisch sind die Zielmarken damit: Helligkeit: ca. 800 Lumen + Kontrast: ca. 5000:1 nativ, ca. 20,000:1 dynamisch + Adäquate Farbwiedergabe + Tiefes Schwarz
Mit anderen Worten: Wir streben das Beste aus allen Modi gleichzeitig an. Kein leichtes Ziel, doch es ist uns durch die Wahl des richtigen Farbfilters wieder gelungen. Nun werden sich viele Leser wundern, denn der PT-AE3000 verfügt ab Werk bereits über einen internen Fabfilter, wo ist da der Unterschied?
1. Externer Glasfilter statt internem "Pure Color"-Filter...
Wie in unserem Test technisch aufgezeigt, bietet der Pansonic PT-AE3000 einen internen "PureColor" Filter, der speziell auf die Projektion von Kinomaterial zugeschnitten wurde.  Der interne PureColor-Filter
Er wird automatisch in den Lichtweg geschoben, wenn man ein "Cinema-" oder "Color-" Preset aktiviert. Die Ergebnisse können sich sehen lassen. Die Modi bieten eine genaue Farbtemperatur. einen sehr guten Schwarzwert und einen ansprechenden Kontrast.
Bei diesem "Hollywood Tuning" gibt es nur einen einzigen Haken: Der interne Farbfilter kostet den Projektor rund 70% Licht, von der maximalen Lichtleistung von 1500Lumen bleiben nur 500 Lumen übrig. Das ist sicherlich noch eine gute maximale Helligkeit und reicht für Bildbreiten bis 3m aus, doch der derzeitige Trend unter Heimkinofans geht in Richtung helles Bild, um Tageslichtszenen realistisch strahlend erscheinen zu lassen.
Bevor man aber jetzt den PureColor-Filter wegen dieses Lichtverlustes vorschnell kritisiert, sollte man sich bewusst machen, was seine Konstrukteure sich mit ihm gedacht haben: Seine Aufgabe ist es nämlich nicht nur, die Farbtemperatur in Richtung 6500K / D65 zu filtern, sondern gleichzeitig die Primärfarben kräftiger zu gestalten und damit den Farbraum signifikant zu vergrößern.
Der PureColor-Filter vergrößert den Farbraum des Projektors (weißes Dreieck) signifikant gegenüber der Videonorm (dunkles Dreieck)
Wofür kann man so einen vergrößerten Farbraum nutzen? Wie viele Heimkinofans wissen, gibt es seit geraumer Zeit den "xvYCC" Farbstandard, der einen größeren Farbraum nutzt und damit eine realistischere Bildreproduktion ermöglicht, was intensive Farbtöne angeht. Tatsächlich beschneidet unsere veraltete Videonorm die Farbenvielfalt, die unser menschliches Auge in Natura wahrnehmen kann, nicht unerheblich. Wenn man also über Bildmaterial nach diesem neuen Standard verfügt, dann ist ein erweiterter Farbraum ein richtiger Schritt in Richtung realistische Farbreproduktion. So gibt es z.B. schon diverse Camcorder, die diesen Standard unterstützen oder auch in der Fotografie lassen sich bei entsprechender Software bessere Projektionsergebnisse erzielen. Der PureColor-Filter macht zusammenfassend also genau das, was sein Name verspricht: Er filtert die "reinen" Primärfarben aus dem Lampenspektrum. Messtechnisch kann man das auch sehr anschaulich darstellen:
Wir beginnen mit dem "nativen" Lampenspektrum des Projektors. Mittels Spektroradiometers stellen wir es grafisch dar: 
Wie man sieht, emittiert die Lampe besonders stark die Wellenlängen um 450nm (Blau) und 550nm /Grün). Der rote Anteil fällt hingegen technisch bedingt deutlich geringer aus. In diesem Rotmangel liegt auch der Umstand begründet, dass ein Digitalprojektor nie die maximale Lampenhelligkeit mit perfekten Farben kombinieren kann, die Lampe hat ab Werk einfach zu wenig Rot. Dieses Problem ist in der Lampentechnik bis heute nicht gelöst worden, außer mit Xenon-Gas, das aber für Heimkinoprojektoren viel zu unwirtschaftlich in der Anwendung ist.
Betrachtet man nun das Spektrum, nachdem es den PureColor-Filter passiert hat, so sieht man, dass dieser die Grün- und Blau- Pegel auf das von Rot herunterfiltert und so die gewünschte 6500K Farbtemperatur annähert. 
Wenn man nun aber ganz genau hinsieht, bemerkt man, dass sich im Gelb-Spektrum ebenfalls etwas getan hat: Die gesamten grün-gelben Spektralanteile (um 580nm) sind verschwunden, sie werden ebenfalls herausgefiltert (Pfeil).
Die gelben Spektralanteile (oben) werden durch den PureColor-Filter herausgefiltert (unten)
Diese Filterung ist notwendig, um ein besonders reines Grün als Primärfarbe zu erzeugen. Filtert man die Gelbanteile heraus, so wird es noch "grüner". Doch es gibt einen unangenehmen Nebeneffekt: Ausgerechnet die gefilterten gelben Spektralanteile sind diejenigen, die für unser menschliches Auge mit die meiste Helligkeit transportieren. Unsere Sehnerven sind biologisch genau auf den Frequenzbereich getrimmt, der zu Gunsten der reinen Farben herausgefiltert wird. Demenstprechend wird das reine Grün mit einem signifikanten Lichtverlust erkauft. Mit der derzeitigen Lampentechnik führt daran aber kein Weg vorbei, wenn man einen so großen Farbraum wünscht. Der PureColor-Filter ist demnach durchaus sinnvoll konstruiert, wenn man sein eigentliches Ziel berücksichtigt.
Nun kommen wir aber zu den Spielfilmen: Sie kommen entweder von der DVD, der Blu-ray oder über die Fernsehsender in unsere eigenen vier Wände. Und leider sind die Filmfirmen nicht so technisch innovativ, wie die Hardware-Hersteller, denn bis heute unterstützt keines der genannten Medien einen erweiterten Farbraum nach xvYCC-Standard. Mit anderen Worten: Der große Farbraum wird von unserer Film-Software gar nicht ausgenutzt und wird es wohl auch über die nächsten Jahre nicht. Im Gegenteil: Da die Spielfilme beim Mastering auf den kleineren Video-Farbraum umgetrimmt werden, führt eine Darstellung mit großem Farbraum zu einer zu intensiven, übersättigten Farbdarstellung.
Unser Ansatz des "alternativen" Farbfilters ist daher ein anderer: Anstatt die Grundfarben besonders "rein" mit entsprechendem Lichtverlust zu filtern, wollen wir den Farbraum lieber nahe an der Videonorm belassen und lediglich die Farbtemperatur an die erforderlichen 6500K / D65 anpassen. So können wir mehr Lichtreserven und Kontrast mobilisieren und bei der Spielfilmwiedergabe dennoch akkurate Farben ermöglichen. Die Überprüfung des nativen Farbraumes (ohne jeglichen Farbfilter) zeigt, dass dieser eine sehr gute Ausgangsbasis für die Farbdarstellung liefert:  Nahe bei der Videonorm: Nativer Farbraum des PT-AE3000
Alle Primärfarben liegen nahe bei ihren Sollwerten und sind nicht übertrieben intensiv im Vergleich zur Videonorm, die Sekundärfarben werden durch die Kalibrierung korrigiert. Hier setzt nun ein Tuning mittels externem Farbfilter an: Statt eines FIlters, der den Farbraum vergrößert, wählen wir einen schwächeren Farbton, der lediglich die Farbtemperatur nahe an die 6500K / D65 Norm bringt, ohne die Primärfarben stark zu beeinflussen. Das bedeutet, dass wir die für die Bildhelligkeit so entscheidenden Spektralanteile im Licht belassen.
 Der Tuning-Filter belässt das native Spektrum weitgehend und korrigiert lediglich die Farbtemperatur
Ohne das Gerät zu öffnen wird der Filter einfach auf die Optik geschraubt. Die Panasonic Optik ist sehr gut für einen externen Filter geeignet, da sie über ein eigenes Gewinde verfügt. Somit kann die Optik transportsicher befestigt werden und dient nebenbei noch als wirksamer Staubschutz für die Optik, die Staubschutzkappe kann entfernt werden.
 Der besonders große Glasfilter vefügt über ein Gewinde zum Aufschrauben
Durch Einführung unserer langlebigen Glasfilter haben wir vor geraumer Zeit die Qualität unseres Tuning gegenüber den billigeren "Folienvarianten" deutlich gesteigert. Und nach wie vor bietet ausschließlich C4H-Tuning für jeden Projektor individuell entwickelte und optimierte Glasfilter an. Der handgroße(!) Filter mit einem Durchmesser von über 10cm passt sich im Design dem Projektor an und wertet diesen auch optisch auf. Für den PT-AE3000 haben wir ihn zudem weiter verbessert, um den hohen InBild-Kontrast dieses neuen Modells nicht zu beeinträchtigen
 Der PT-AE3000 mit aufgesetztem Filter
Gleichzeitig schützt der Filter die eigentliche Projektionsoptik vor Staub und Kratzern. Reinigen kann man ihn, trotz spezieller Oberflächenbeschichtung, mit jedem handelsüblichen Reinigungsmttel und Putztuch. Nur C4H Filter werden farblich individuell auf einen Projektor abgestimmt, sind für hohe Lichtmengen ausgelegt und reflektionsarm aus Glas gefertigt - in passgenauer Alu-Fassung!
2. Das Tuning
Doch der alleinige Filterzusatz bewirkt noch nicht die gewünschten Ergebnisse, der Projektor muss im nächsten Schritt an diesen neuen Farbton angepasst werden. Da wir die maximalen Lichtreserven und den maximalen Kontrast erreichen wollen, wählen wir als Ausgangsbasis den Dynamikmodus, bei dem der interne PureColor-Filter des Projektors nicht eingesetzt wird. Dieser Modus bringt allerdings ein Problem mit sich.  Ungleichmäßiger RGB Verlauf des Dynamik-Modus
Wie in der Messung oben zu erkennen, verläuft die RGB-Verteilung dieses Modus nicht gleichmäßig über alle Helligkeiten hinweg. Zudem bietet der PT-AE3000, wie in unserem Test ermittelt, nicht genügend Einstellparameter im herkömmlichen Bildmenü, um diesen inhomogenen Farbverlauf adäquat zu korrigieren. Aus diesem Grunde ist es notwendig, dass wir vor der eigentlichen Kalibrierung die internen RGB-Basiswerte des Dynamikmodus neu programmieren und so den RGB-Verlauf auf die native Farbtemperatur der Lampe begradigen. Nach dieser Vorarbeit ist es dann möglich, mittels des herkömmlichen Bildmenüs die Farbtemperatur über alle Helligkeiten hinweg sehr genau an die Videonorm anzupassen:
 Genaue und gleichmäßige Farbtemperatur nach dem Tuning
Es verbleibt die Helligkeitsverteilung (Gamma): Durch Korrektur der entsprechenden Bildparameter erhalten wir ein gleichmäßiges 2,2 Gamma, ebenfalls entsprechend der Videonormen. Dabei achten wir besonders auf eine gute Durchzeichnung in dunklen Bereichen, damit keine Bildelemente im Schwarz verschwinden.
Gleichmäßiger Helligkeitsanstieg nach dem Tuning
Nach erfolgreicher Kalibrierung speichert man die gewonnenen Einstellungen in einer der zahlreichen Speicherbänke des PT-AE3000 ab, so dass sie jederzeit, wie ein Werks-Preset, abgerufen werden können.
 Alle Tuningwerte werden sicher abgespeichert
3. Das Ergebnis
Nun bleibt die spannende Frage, welche Leistungsdaten der PT-AE3000 nach diesem Tuning erreicht. Wie bereits oben gezeigt, liegen Farben, Farbtemperatur und Gamma nahe bei der Videonorm und gewährleisten somit eine akkurate Bildarstellung. Wie sieht es mit unseren primären Verbesserungszielen in Sachen Helligkeit und Kontrast aus?
Die Korrektur auf die passende Farbtemperatur erlaubt eine Netto-Helligkeit von maximal 850Lumen. Dies entspricht der maximalen Lichtleistung, die der PT-AE3000 technisch bei korrekten Farben erzeugen kann. Gegenüber den Werksmodi "Cinema" und "Color" ist dies eine Steigerung von rund 60%(!). Im Ergebnis ist das Bild nun in entsprechenden Filmszenen strahlend hell und Außenaufnahmen wirken auch bei größeren Bildbreiten glaubwürdig. Gerade wenn man vor hat, eine breitere Cinemascope-Leinwand zu nutzen, was sich Dank der Lens-Memory Funktion des PTAE 3000 anbietet, machen sich diese Lichtreserven bezahlt. Auch für eine über die Zeit abnehmende Lampenhelligkeit hat man somit genügend Reserven. Der Filter kostet durch seine entspiegelte Oberfläche dabei keine weiteren Lichtreserven gegenüber einer normalen Kalibrierung.
Helligkeit PT-AE3000 "tuned" Lampen Modus | Projektionsabstand | | Licht / Lumen | | | | | Normal | Max | | 620 | Normal | Min | | 850 | Eco | Max | | 530 | Eco | Min | | 740 |
In Sachen Kontrast profitiert unser Tuning von der Tatsache, dass es auf dem Dynamik-Modus basiert. Dieser Modus schöpft das gesamte Kontrastpotenzial des Projektors aus und auch nach Anpassung auf den Filter verbleiben netto bis zu 5500:1 nativer Kontrast und ca. 20,000:1 dynamischer Kontrast. Dies ist gegenüber dem Normal-Modus eine Steigerung von rund 60%(nativ) bis 200%. Im Filmbild macht sich gerade der erhöhte native Kontrast durch eine gesteigerte Bildplastizität in Szenen bemerkbar, die gleichzeitig helle und dunkle Bildelemente darstellen.
Kontrast PT-AE3000 "tuned"
Adaptive Iris | Projektionsabstand | | Kontrast | | | | | An | Max | | ca. 20,000:1 (15,000:1 Eco) | An | Min | | ca. 12,000:1 (8000:1 Eco) | Aus | Max | | 5500:1 | Aus | Min | | 3000:1 |
"Schwarzwertfetischisten" haben die Möglichkeit, den Lampenmodus "normal" zu wählen, bei dem die erhöhten Lichtreserven dazu genutzt werden, die adaptive Blende aggressiver zu programmieren und den Schließungsgrad zu erhöhen.
4. Fazit
Durch den unterschiedlichen Filter-Ansatz ist es uns gelungen, den PT-AE3000 effektiver auf die von Kaufsoftware zu Grunde gelegten Videonormen zu optimieren. Statt eines vergrößerten Farbraumes schöpfen wir die Helligkeits- und Kontrastreserven möglichst vollständig aus. Durch dieses nachträgliche Tuning gelingt es, die Helligkeit des Normal-Modus zu erreichen, ohne dessen Defizite in Schwarzwert und Kontrast zu übernehmen. Stattdessen nutzen wir nahezu das gesamte Kontrastpotenzial des Beamers, basierend auf dem Dynamik-Modus aus. Durch die Wahl und Weiterentwicklung des Filters müssen auch keine Einbußen in der Bildplasitzität hingenommen werden.
Vorteile durch das C4H-Tuning:
- Hohe Maximalhelligkeit: Bis zu 800Lumen bei richtigen Farben - Adäquate Farbdarstellung - Adäquate Helligkeitsverteilung / Gamma - Sehr guter Schwarzwert - Erhöhter nativer Kontrast: Bis zu 5500:1 (+60%) - Erhöhter dynamischer Kontrast: Bis zu 20,000:1 (+200%)
Mit dem Tuning gelingt es, den Schwarzwert des Cinema-Modus weiter zu verbessern und gleichzeitig mit der Helligkeit des Normal-Modus und dem Kontrast des Dynamik-Modus zu kombinieren. Der Tuning-Modus ist gleichsam eine Kombination der besten Ergebnisse aller anderen Modi. Das Bild wird dadurch glaubwürdiger und plastischer als ohne Tuning. Da kein physikalischer Eingriff ins Gerät vorgenommen wird, bleibt die Hersteller-Garantie zudem unberührt. Und wenn der Nutzer je nach Anwendung auf den Cinema-Modus mit erweitertem Farbraum durch den internen PureColor-Filter zurückgreifen möchte, so kann er einfach den externen Farbfilter abschrauben und die entsprechende Presets aktivieren. Durch das Tuning erhält der PT-AE3000 einen Modus mehr, die Flexibilität wird weiter erhöht.
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